Analog oder Digital. Auch heute noch eine Grundsatzfrage?

In der DAW kann man alles abspeichern. Später kann das Projekt wieder geöffnet werden und man kann exakt dort weiterarbeiten, wo man das letzte Mal aufgehört hat. So weit so gut. Doch das war nicht immer so. Und auch heute geht das nicht immer.

Zu Beginn sollte man sich die Frage stellen, ob man nur digital arbeiten will. Oder verwendet man auch analoge Instrumente? Arbeitet man mit einer/-n Sänger/-in zusammen, erübrigt sie diese Frage von alleine.

Rein analog: der Doepfer Dark Energy II

Will man als Musiker überhaupt den enormen Mehraufwand auf sich nehmen und sich in die Kunst der Aufnahmetechnik einarbeiten? Oder bleibt man nicht doch lieber bei den digitalen Plugins, wo alles bereits vom Hersteller aufgenommen wurde und jederzeit abrufbar ist?

Für mich pesönlich ist diese Grundsatzfrage ganz einfach zu beantworten, denn ich liebe das Arbeiten an alten, analogen Synthesizern oder mit echten Sängern/-innen viel zu sehr.

Günstige analoge Synthesizer
Gakken SX-150 MARK II & KORG MONOTRON DELAY

Da bei analogen Maschinen eine Speicherfunktion meistens fehlt, muss man dem Instrument die 100-prozentige Aufmerksamkeit widmen. Arbeitet man zudem mit modularen Systemen, muss man sich auch den Aufbau des Gerätes aneignen. Auch muss man sich dabei immer bewusst sein, dass bei einem Neustart die kompletten Einstellungen verloren gehen können. Auch kleine Patzer können dazu führen, dass sich stundenlange Arbeit einfach in Luft auflöst.

Beim Gesang ist das auch nicht anders. Ich bestimmen, wie was klingen soll. Und das von Anfang an. Beginnend beim Aufbau des schalldichten Raumes, in dem gesungen wird, über die Mikrofon-Auswahl bis hin zum Analog-zu-digital Umwandler. Sogar die/den Sänger/-in wähle oder tausche ich selber aus. Hier ist alles eine Frage der Zeit und des Geldes, denn professionelles Equipment und Sänger/-innen können schnell ein Vermögen kosten. Bei digitalen Plugins stehen die Sounds schon abrufbereit und klingen wie sie eben klingen. Dafür sind sie schon da und müssen nicht noch von Hand „produziert“ werden.

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Gesangsaufnahme: das Studio ist bereit

Beim Arbeiten am PC fehlen mir persönlich die echten Synthesizer-Knöpfe. Das klingt vielleicht etwas altbacken aber ich vermisse zum Beispiel die Cut-Off- und Resonance-Drehregler, welche man gleichzeitig und individuell bedienen kann. Für die Plugins erscheinen zunehmend recht gute Ersatzlösungen in Form von USB-Eingabegeräten, die  fehlende Synthesizer-Knöpfe ersetzen sollen. Dennoch bleibt das direkte Arbeiten am analogen Synthesizer eine Erfahrung, die nie komplett mit solchen Eingabegeräten ersetzt werden kann.

Einfaches Arbeiten mit Plugins

Schlussendlich bleibt es einem selber überlassen, wie man musizieren will. Analoges sowie digitales Arbeiten bieten Vor- und Nachteile. Ich finde aber doch, dass sich beides gegenseitig recht gut ergänzt.

cry electric

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