High-End Sound für den „normalen“ Geldbeutel

„Wer einmal Musik in High End gehört hat, will nichts anderes mehr.“ Diese klare Ansage machte vor einigen Jahren ein Freund von mir.

Sein Freund T. sei ein „leidenschaftlicher Musikgeniesser“. Er habe sich soeben ein Traum erfüllt und eine 100-Scheine teure High-End Sound-Anlage zugelegt. Mit 100 Scheinen meinte mein Freund 100 Stück Eintausender-Scheine. „Die Scheine mit der Ameise drauf…“ Also total für ca. 100’000 Franken. Ich solle doch am Wochenende  einfach mit ihm mitgehen, sein Freund T. besuchen. Wir seien beide eingeladen, um mal reinzuhören, in die teure High-End Anlage. Selbstverständlich folgte ich der Einladung.

Bei T. angekommen, gings auch schon bald los mit der High-End Musik. Zu dritt sassen wir auf einem Sofa, mitten in einem symmetrischen, ca. 3 Meter hohen Raum. Ohne grossen Schnickschnack eingerichtet, fast schon kahl und in kaltem Grau gehalten. An den Wänden waren einige Studio Schaumstoff-Isolierungsmatten angebracht. Der Raum war also komplett gemäss Hersteller-Plan der High-End Musikanlage eingerichtet.

Links und rechts Standen plangemäss je klobige, brusthohe Lautsprecher, jeder so breit wie ein alter Schrank. Also ziemlich grossgebaute High-End Lautsprecher der Firma Elac. Diese wiegen pro Stück ca. 70 Kilogramm, somit in etwa so schwer wie eine schlanke, ausgewachsene Person.

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Tidal La Assoluta mit Diamant Membranen, kostet rund 445’000 Euro

Alleine die zwei Lautsprecher hätten zusammen ca. 80’000 schweizer Franken gekostet. So die Aussage von T. Dies sei aber nur der Anfangspreis für gute High-End Produkte. Und damit noch nicht genug Geld, denn der spezielle Röhren-Verstärker koste nochmals um die 20’000 schweizer Franken. Und dann die Musikabspielanlage, der High-End Schallplattenspieler usw. Der komplette Anschaffungspreis somit deutlich über 100’000 schweizer Franken.

Die Tatsache, dass besagte Leutsprecher nicht neu, sondern occasion gekauft wurden, macht die Sache auch nicht besser. Fabrikneu kosten diese nämlich nochmals deutlich mehr. Zu den oben genannten Preisen kommen dann auch noch die horrend teuren High-End Anschlusskabel dazu. Dieser zusätzliche Kaufspreis wollte T. uns dann nicht mehr nennen. Aber wegen des Preises waren wir ja auch gar nicht hier. Mein Freund und ich wollten ja bloss in die Anlage reinhören und nicht kaufen.

Trilogie Aktion Mystery Weird FERTIG mit Wassermarj
Alle cry electric Alben auch als High End Audio erhältlich!

Schliesslich liess T. der High-End Musik freien Lauf, indem er auf einer Fernbedienung auf Play drückte. Was dann musikalisch abging, ist nur schwer in Worten zu fassen. T. hatte einige High-End Musikstücke als Flac-Dateien zu bieten. Verspielte Orchestermusik Mozarts, eindrücklichen Alicia Keys-Gesang oder wunderbare Electronica von Daft Punkt und vieles mehr. Wir durften also eine ziemlich grosse Musikpalette rauf und runter abspielen.

Um gleich die erste Aussage dieses Betrages zu relativieren: „Wer einmal Musik in High End gehört hat, will nichts anderes mehr.“ Die Aussage stimmt.

Während der ersten Hörminuten konnte ich  noch keinen exorbitanten Qualitätsunterschied im Vergleich zu den mir bekannten Hi-Fi Anlagen ausmachen. Meine Ohren benötigten eben etwas Zeit, um sich die neue Soundkulisse anzueignen. Doch bald nahm ich einen angenehmen, sanften Druck des Basses im Brustkorb wahr. Die glasklare Wiedergabe des Sounds und die direkte, ehrliche Ausgabe des Klanges trafen direkt ins Herz. Genau das passiert beim Musikhören in High-End nämlich: das Herz wird regelrecht berührt und sanft umwoben, bis es schliesslich mit der Musik mittanzt. Hat man den Mut, auch noch die Augen zu schliessen, befindet man sich plötzlich mitten im Kern der Musik. Das schafft definitiv keine Hi-Fi Anlage.

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FLAC- oder WAV-Dateien sind den MP3-Dateien vorzuziehen

Das Fazit nach 2 Stunden High-End Musikgenuss
Wow! Nochmals bitte! Und wo bekommt man eine solche Anlage her? Ich nehme eine Hypothek auf, denn ich will gar kein Haus mehr, sondern eine solche High-End Musikanlage. Nein nein, keine Angst, ich bin vernünftig genug, um mich in keiner solchen finanziellen Notlage zu bringen.

Doch man muss preislich gar nicht mal so hoch greifen. Denn auch mit einem eher „bescheidenen“ Geldbeutel kann man sich dem High End-Genuss annähern. Dazu benötigt man lediglich total ca. 300 schweizer Franken. Ja, richtig gelesen: 300, also dreihundert schweizer Franken.

Hierfür könnte man sich zum Beispiel folgende Komposition kaufen:

– Das Headset AKG K702, kostet derzeit ca. 150 schweizer Franken.
– Externe USB 3.0 Soundkarte Musiland 03 US Dragon, welche Musik mit 32Bit und
384 KHZ wiedergibt, kostet auf Ebay umgerechnet ca. 170 schweizer Franken.

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AKG K702


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Musiland 03 US Dragon

 

Will man sich mit Lautsprechern statt Headset dem High-End etwas annähern, so sollte man sich die Lautsprecher KEF X300A genauer anschauen. Diese kosten pro Stück etwas mehr als 1000 schweizer Franken. So bewegt man sich zwar schon in höheren Preisregionen als es die Headset-Lösung tut. Dafür kann man die Musik auch im offenen Raum geniessen, statt nur direkt am Ohr.

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KEF X300A

Ich betone hiermit ausdrücklich, dass die oben angegebenen, preisgünstigen Lösungen lediglich einer Annäherung an High-End gleichkommen. An echte High-Eng Anlagen in Preisregionen mit sechs- oder siebenstelligen Beträgen kommen sie technisch niemals ran.

Alles Gute und vielleicht bald High-End Genuss wünscht Dir
cry electric

 

 

 

 

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